Technologie-Campus Spiegelau ist Glanzstück im Netzwerk der Campi in Niederbayern

Arbeit & Wirtschaft

Bezirksrätin Gudrun Peters, Geschäftsführer Dipl.Ing.(FH) Michael Fuchs, Europaabgeordneter Ismail Ertug, Bürgermeister Josef Luksch und UB-Vorsitzende Rita Hagl-Kehl

 

Tourismus ist ein Standbein im Bayerischen Wald, die Technologie soll ein weiteres werden.
 

Dass nicht nur im „Speckgürtel“ der Landeshauptstadt modernste Technik zu Hause ist, sondern auch im hintersten Winkel von Niederbayern Höchstleistungen bei der Entwicklung und Umsetzung modernster Apparate und Einrichtungen erbracht werden, wird hoffentlich bald europaweit bekannt. Schwer beeindruckt von dem Netzwerk der Campi (Technologie-Campus) in Niederbayern war der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug. Während die Einrichtung in Teisnach Glasbearbeitung und Messsysteme im Programm hat, Bad Kötzting zusammen mit der Hochschule Deggendorf Gesundheitsforschung betreibt, Freyung mit Geo-Navigation und Kleinstcomputer beschäftigt ist und Grafenau Logistik und Programme gegen Lebensmittelverschwendung ausarbeitet, kümmert man sich in Spiegelau erfolgreich um optische Bauteile aus Glas und entwickelt Präzisionslinsen. Diese kommen u. a. für Abstandsradartechnologie bei der Autoindustrie zum Einsatz. Mit im Boot sind Unternehmen, die oft selbst anfragen oder mit Hilfe des Netzwerkes eruiert werden. Sie sind an den Kosten bis zu 50 Prozent beteiligt, während sich die Gemeinde Spiegelau und der Landkreis Freyung-Grafenau zusammen mit der Hochschule die Kosten teilen. „Dem Standort Spiegelau kommt zugute, dass das Wissen um den Werkstoff Glas bei zahlreichen Familien in den Genen liegt“, meinte Bürgermeister Josef Luksch. Mittlerweile seien neun Mitarbeiter in Spiegelau beschäftigt und es ist gelungen alte Technologie in neue Technologie zu überführen, informierte Michael Fuchs, Diplom-Ing. und Geschäftsleiter des TAZ (Technologie-Anwenderzentrum). Ein Projekt ist z. B. eine Linse für Lasergeräte zum Entfernen des grauen Stars. Einen gehörigen Anteil an dieser Entwicklung hat auch der Förderverein TAZ und ein Glasmaschinenbauer für Hohlglas, der Techniken entwickelt hat, um alte Glasmaschinen zu überholen und wiederaufzubereiten. „Es bleibt zu hoffen, dass sich aus der Forschung wieder Glas-Produktionsstätten für die Menschen im Bayerischen Wald entwickeln und gut ausgebildete junge Leute zu Hause bleiben können“, so Rita Hagl-Kehl, SPD-Unterbezirksvorsitzende und Bundestagskandidatin.

 
 
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